Stevia rebaudiana
„Stevia“ ist eine Staudenpflanze, deren botanischer Name „Stevia Rebaudiana Bertoni“ lautet. Sie ist in Paraguay und in den angrenzenden Gebieten Brasiliens heimisch und wird auch in China kultiviert. Seit Jahrhunderten benutzen die einheimischen Indios die Pflanze, die sie „Honigblatt“ oder „Honigkraut“ nennen zum Süßen ihrer Speisen, denn das (getrocknete) Steviablatt ist bereits 20 bis 30 mal so süß wie Zucker, und das daraus gewonnene Extrakt „Steviosid“ (von Chlorophyll befreit) weist sogar bis zu 300-fache Süßkraft auf.
Somit haben 100g Steviosid ungefähr die Süßkraft von 30 Kilo Haushaltszucker - und das bei annähernd null Kalorien!
Für die enorme Süßkraft sind die Glykoside Steviosid und Rebausiosid verantwortlich. Das Molekül, das diese beiden Glykoside enthält, ist sehr stabil und durchwandert den menschlichen Verdauungstrakt unverändert. Da die Substanz erst gar nicht verstoffwechselt wird, ist sie praktisch kalorienfrei und beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht.
Antonio Bertoni schrieb schon 1901 nach einigen Jahren Erfahrung mit Stevia: „Ein paar kleine Blätter sind ausreichend, um eine Tasse starken Kaffee oder Tee zu süssen. Ausserdem gibt es keinerlei giftige Substanzen, die seinen Gebrauch einschränken.“ 1918, nach umfangreichen Studien, war er sogar überzeugt: „Stevia ist nicht nur vollkommen untoxisch, sondern im Gegenteil gesund.“ Noch nie wurde irgendein Nachteil oder eine gesundheitsschädliche Wirkung von Stevia für den menschlichen Körper beobachtet.
Obwohl in anderen Teilen der Welt (Asien, Süd- und Mittelamerika, USA, etc.) bereits zahllose Stevia-Produkte bzw. mit Stevia gesüsste Produkte im Handel sind und auch rege konsumiert werden bleibt Stevia (bisher) in der EU verboten.
Nach einem übereilten Antrag auf Zulassung in der EU als neuartiges Lebensmittel wurde es aufgrund mangelnder Nachweise über die Unbedenklichkeit als 'nicht verkehrsfähig' eingestuft.
Und das obwohl Millionen von Menschen es seit Jahrzehnten konsumieren!
Der Hauptgrund des aktuellen EU-Verbotes dürfte sein, dass Stevia die Menschen gesund und nicht süchtig macht, was der Zucker-, Gesundheits- und Pharmaindustrie offenbar wenig gefällt.
Denn gerade als Stevia und seine Wirkungen immer bekannter wurden, hat man es aus dem Verkehr gezogen, zumindest in Europa.
Gerade in einer Zeit, in der die Qualität der Lebensmittel durch übertriebene Industrialisierung immer mehr abnimmt, werden naturliche Alternativen den Menschen vorenthalten.
Darüber hinaus wird Zucker im hohen Masse subventioniert, ein Produkt das Suchtpotential bietet und die Menschen von Kindheit an unweigerlich krank macht.
Jedoch kann man Stevia immer noch aus dem Ausland, z.B. aus Amerika oder aus den Hersteller-Ländern wie Paraquay und China bestellen. Die Naturszene hat sich darauf eingestellt und liefert Stevia als kosmetisches Produkt, was so deklariert auch problemlos die Zollgrenze passiert.
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