Ginseng
(Panax ginseng)
Ginseng - das Wurzelgewächs und die Heilpflanze mit internationaler Bekanntheit.
Die Wurzel mit oft menschenähnlicher Gestalt stellt eines der in Ostasien seit Jahrtausenden heiss begehrten Heilmittel dar.
Sie ist besonders für ihre stärkende und kräftigende Wirkung bekannt. Der Legende nach hat der allmächtige Berggeist einen Wunderknaben geschickt, der in einer menschenähnlichen Wurzel verborgen war, um die Menschheit von ihren Leiden zu erlösen.
Nach alten Überlieferungen wurde Ginseng in früheren Zeiten nur an Vollmond ausgegraben. Im Jahr 1610 wurde die Wunderwurzel von holländischen Seefahrern nach Europa gebracht.
Botanischer Name:
Panax ginseng C.A. Meyer
(Panax bedeutet im Lateinischen „Alles heilend“.)
Deutsche Namen:
Ginseng, Chinawurzel, Menschenwurz.
Botanische Pflanzenfamilie:
Araliaceae, Araliengewächse (Efeugewächse)
Herkunft:
China (Mandschurei), Korea, Sibirien und Kanada.
Es gibt verschiedene Pflanzen welche als Ginseng bezeichnet werden bzw. deren Bezeichnung den Begriff „Ginseng“ enthalten.
Sie unterscheiden sich sehr in ihrer Wirkung, da sie auch unterschiedliche Anteile an den wichtigen Inhaltstoffen, den sogenannten Ginsenoiden haben.
Japanischer Ginseng (Panax japonicus) verfügt über vergleichsweise wenig Wirkstoffe und sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Sibirischer Ginseng enthält zwar einige der bekannten Wirkstoffe, ist aber kein direkter Vertreter der Panax-Gattung. Das ist schon am lateinischen Namen (Eleutherococcus senticosus) leicht zu erkennen. Der amerikanische Ginseng (Panax quinquefolium) zeichnet sich im hohen Maße durch seine Anteile an Ginsenosiden aus, die dem asiatischen Ginseng gleichgestellt sind. Nach der traditionellen chinesischen Medizin stärkt amerikanischer Ginseng vermehrt das Yin und hat damit einen beruhigenden Effekt.
Asiatischer Ginseng (Panax ginseng C.A. Meyer) hingegen hat eine eher ausgleichende Wirkung. Beide Sorten markieren die Spitze der Ginseng Medizin.
Amerikanischer Ginseng ist in China sehr beliebt und wird nur in geringen Mengen exportiert.
Asiatischen Ginseng gibt es als roten und weissen Ginseng.
Durch die unterschiedliche Behandlung der geernteten (noch grünen) Wurzel erhält man die zwei Ausgangsprodukte für die medizinische Anwendung. In Europa wird die weisse Wurzel zur Herstellung von Medikamenten genutzt, in Japan eher die rote Wurzel. Für die „Herstellung“ von rotem Ginseng werden die Wurzeln vor dem Trocknen für 2-3 Stunden in ca. 100-120° C heißem Wasserdampf erhitzt. Diese Behandlung macht den „roten“ Ginseng für mehrere Jahre lang haltbar. Leider zerstört diese Behandlung auch einen grossen Teil der Ginsenoside, denn diese sind zum Großteil in den äußeren Lagen der Wurzelrinde zu finden.
„Weisser“ Ginseng wird nach dem Waschen traditionell durch vorsichtiges schaben mit einem Bambuswerkzeug und reiben mit einem Hanftuch von der äußeren Haut befreit und anschließend an der Sonne getrocknet. Aus dem frischen „grünen“ Ginseng entsteht so der „weisse“ getrocknete Ginseng. Weisser Ginseng ist kühl und trocken gelagert mindestens ein Jahr ohne nennenswerten Wirkstoffverlust haltbar. Der weisse Ginseng ist am Besten erforscht und dokumentiert. Sein Anteil an natürlichen Ginsenosiden ist höher als beim roten Ginseng. Weisse Ginsengwurzeln gelten als gehaltvoller und somit auch wirkungsstärker.
Auch geschmacklich unterscheiden sich die beiden Sorten. Weißer Ginseng schmeckt leicht süßlich wie Süßholzwurzel. Roter Ginseng hat einen strengeren, seifigen Geschmack.
Hauptsächliche Inhaltsstoffe des weissen bzw. roten Panax ginseng:
bis zu 30 verschiedene Ginsenoside, Panaxsäure, ätherische Öle,
Beta-Sitosterin, Glykoside, östrogene Stoffe und Enzyme.
Die Ginsenoside sind in allen Teilen der Pflanze vorhanden - sie sind die aktivsten Inhaltsstoffe des Ginsengs.
Ginseng gehört zur Familie der Araliengewächse und wuchs ursprünglich nur wild in den lichten Wäldern Chinas, Koreas, Japans und Sibiriens. Ginseng ist eine Gebirgs- und Waldpflanze, wegen der hohen Nachfrage ist das natürliche Vorkommen sehr stark eingeschränkt. Mittlerweile sind wilde Ginsengpflanzen so selten geworden, daß für Wurzeln alter Pflanzen sehr hohe Preise bezahlt werden. Sie gelten als wirkstoffreicher, was mit ihrem in der Wildnis noch langsameren Wachstum zusammenhängt. Heute wird die Pflanze in großen Plantagen kultiviert, wichtigste Produzenten für hochwertigen Ginseng sind China, Korea und Kanada. Sie verfügen über klimatisch optimale Verhältnisse für eine hochwertige Ginsengqualität und im Anbau über einige Jahrhunderte Erfahrung. Weitere, kleinere Produktionsstätten liegen im russischen Sibirien und in Japan. Die Kultivierung ist sehr arbeitsintensiv, denn die Wurzel wächst auch bei intensiver Pflege nur sehr langsam. Die Pflanzungen müssen möglichst an nördlichen Berghängen und bevorzugt in Waldnähe angelegt und die Pflanzen im Sommer schattiert werden. Erst nach vier Jahren sind die Wurzeln in einem erntereifen Stadium. Nach insgesamt 6 Jahren haben sie dann endlich ihre optimale Größe und das Maximum an Wirkstoffen erreicht. Im freien Naturwuchs würden sie dafür über 120 Jahre brauchen. Die Ernterträge sind so gering, daß die relativ hohen Ginsengpreise verständlich werden.
Die Anwendung des echten Ginseng als Stärkungsmittel (Tonikum) hat in der traditionellen Chinesischen Medizin eine über tausendjährige Tradition. Bereits im Jahre 100 vor Christus wird dies in der chinesischen Literatur dokumentiert und die durchgreifende, heilende Wirkung des Ginsengs für Körper, Geist und Seele hervorgehoben. Ein chinesisches Medizinbuch bezeichnete sie bereits im 15. Jahrhundert als wertvoller als Gold. Ginseng wird auch als adaptogenes Heilmittel bezeichnet. Adaptogen bedeutet, dass die Anpassungsfähigkeit des Körpers an innere und äussere Störungen (Stress) verbessert werden kann. Ein Adaptogen kann einen durch Stress aus dem Gleichgewicht geratenen Stoffwechsel wieder normalisieren.
Die Pflanze wird auch gerne von Sportlern aufgrund einer erwarteten positiven Wirkung auf die Erholungszeit und die verbesserte Fähigkeit mit Stress umzugehen eingenommen.
Gerade in der heutigen Zeit, in der Stress, Hektik und Umweltbelastungen unseren Alltag bestimmen, kann Ginseng uns als wertvolle Energiequelle dienen.
Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass Ginseng nicht nur eine „Altersmedizin“ ist. Von echten Ginsengwurzeln und deren Zubereitungen können auch junge Menschen profitieren. In China und anderen asiatischen Ländern ist guter Ginseng so wichtig und beliebt wie gutes Brot.
Anwendungsgebiete:
Als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühlen, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, sowie in der Rekonvaleszens.
Kurmäßige Anwendung in Zeiträumen von mindestens 6-8 Wochen bis zu drei Monaten. Bei Bedarf aber auch länger.
Eine Wirkung tritt frühestens nach circa 7 Tagen ein - die optimale Wirkung nach 3-4 Wochen. Der beste Einnahmezeitpunkt ist morgens kurz vor oder mit dem Frühstück.
Ginseng-Tonikum und Ginseng-Tee sind die gebräuchlichsten Anwendungsformen, wobei letzteres die übliche Verwendungsform in Asien ist.
Bei Verwendung von getrockneten Wurzeln in Tee oder bei direktem Verzehr sind keine Nebenwirkungen bekannt. Gewöhnung oder Wirkungsabfall bei längerer Einnahme wurden bis jetzt nicht beobachtet. Ginseng ist selbst in hohen Dosierungen ungiftig.
Traditionell und als hochwirksam bekannt, ist die chinesische Gepflogenheit, getrocknete Ginsengscheiben als Tee zuzubereiten und nach bis zu 3-maligem Aufguss, die Scheiben zu verzehren.
Das Schneiden in Scheiben von getrockneten Wurzeln ist für die Chinesen die einzig akzeptable Form der mechanischen Behandlung einer so wertvollen Pflanze. Jedes weitere zerhäxeln oder extrahieren würde die wirksamen Inhaltsstoffe zerstören.
Wie bei vielen pflanzlichen Mitteln ist auch bei der Ginsengwurzel noch nicht eindeutig geklärt, welche Inhaltsstoffe im einzelnen für welche Wirkung verantwortlich sind.
Eine wichtige Rolle spielen die Ginsenoside, die zur großen Gruppe der Saponine zählen. Das sind Stoffe, die die Aufnahmefähigkeit der Körperzellen für Nährstoffe erhöhen.
Ginseng wird kurmäßig, für ca. 3 Monate angewendet. In Asien wird die Ginsengwurzel regelmässig und auch über längere Zeiträume verzehrt. Er ist wichtiger Bestandteil vieler guter Gerichte. Bei Einhaltung der jeweils empfohlenen Dosis sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Empfohlen wird die Anwendung als Kur nach Krankheiten, bei Stress oder während des Klimawechsels im Frühjahr und Herbst.
Dosis: Gießen Sie 2-4 Gramm der getrockneten Wurzelscheiben als Tee auf. Die gleichen Wurzelscheiben kann man bis zu 3 Mal aufgiessen und über den Tag verteilt trinken. Nach dem letzten Aufguss verzehren Sie dann die wohlschmeckenden Ginsengscheiben.
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